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Freitag, 30. Oktober 2009

Eindrücke vom Eigenkapitalforum (Matching) bei Zentec

Gestern habe ich bei der Firma Zentec (Wirtschaftsförderer in der Region "Bayrischer Untermain", d.h. zw. Aschaffenburg und Miltenberg) vor einigen Investoren und Unternehmern vorgetragen. Von den Investoren waren einige Business Angels aus Frankfurt, Vertreter von Bayern Kapital, ERP Startfonds, Venture Capital Network, VCN da. VCN ist eine neue Organisation zur Finanzierung in der Seed/Startup-Phase, aufs Coaching bei High-Tech Gründerfonds und Bayern Kapital spezialisiert und regional um Aschaffenburg tätig sein wird.

Das war mein erstes jterms-Vortrag vor einem größeren Publikum (es waren etwa 60 Personen da), habe mich ganz gut dabei gefühlt und meiner Meinung nach auch sicher und locker vorgetragen. Der Rahmen war vorgegeben: 10 Minuten Vortrag und 10 Minuten Fragen. Es gab einige Fragen, aber einen Zulauf nach dem Vortragsteil habe ich nicht gesehen, obwohl ich ja gesagt habe, dass ich das Produkt live auf meinem Rechner zeigen kann. Habe mein Laptop eingeschaltet, 20-30 Minuten gewartet und wieder zugemacht, dann selber auf die Leute zugegangen. In persönlichen Gesprächen dann habe ich einige Kritik und Skeptis angehört in dem Sinne "Es kann nicht wirklich funktionieren in der Form, wie Sie es vorhaben". Einige Kritikpunkte geben mir sicherlich zu denken, bzw. stellen Impulse dar, die sich hauptsächlich um die Fragen der Integration drehen. Das hält mich natürlich nicht ab, weiter zu machen und wenigstens ausprobieren, was wir uns gedacht haben:)

Mir persönlich hat die Veranstaltung von Zentec sehr super gefallen, und hat wieder mal den qualitativen Unterschied zw. Bayern und Hessen gezeigt. Die qualität der Veranstaltung dafür, dass es praktisch "auf dem Land" war, war für mich überwältigend, der Saal war voll es waren aus meiner Sicht sehr interessante Unternehmen/Ideen dabei, die präsentiert haben (außer einer "Medienfirma"). Man sieht dass sie sich bemühen, die Wirtschaft lokal zu fördern und ich habe auch das Gefühl, dass es super klappt.

Also, auf jeden Fall vielen vielen Dank an Zentec für die gegebene Möglichkeit dort zu präsentieren!

P.S.

Heute ist der letzte Arbeitstag unter der Fahne des EXIST-Gründerstipendiums. Demnächst werde ich ein längeres Bericht dazu veröffentlichen.

Dienstag, 29. September 2009

Eindrücke von CloudCamp in Frankfurt, 28.09.09

Gestern waren wir auf dem CloudCamp in Frankfurt gewesen. Alles in einem fand ich die Veranstaltung gelungen, das einzig negative, was mich persönlich gestört hat, war allzu dicke Luft und sehr schmale und unbequeme Sitze. Die Veranstaltung wurde im Deutschen Filmmuseum durchgeführt und aufgrund der Raumgestaltung dort sehr ungewöhnlich. Z.B. der Vortragsraum war in der L-Form, wobei die Redner im unteren linken Eck standen und die Präsentationen auf beiden Wänden projiziert wurden. Das hat in meinen Augen in das Konzept einer "Unkonferenz" sehr gut gepasst.

Weiterhin fand ich sehr schade, dass einige im Programm aufgeführte Vorträge ausgefallen sind. Zum Beispiel das, was mich am meisten interessiert hat war das Thema "Rechtliche Anforderungen an Clouds" und wurde nicht vorgetragen. Über die Hälfte der statt gefundenen Vorträge waren eine Art "Verkaufsvortrag", was mich persönlich nicht weiter gestört hat. Sehr beeindruckend fand ich ein Screencast von A-Server, wie man eine virtuelle Infrastruktur per Drag-n-Drop definiert und startet.

Zum Teil fand ich das Format der Präsentation bei einigen Redner lustig: einige Folien waren in Deutsch, vorgetragen wurde aber in Englisch. Am stärksten waren meiner Meinung nach Vorträge, die um die Sicherheitsfragen des Cloud Computings gingen, z.B. das Thema Identity & Access Management, aber auch interessante Angriffsmöglichkeiten auf die Infrastrukturen in Clouds (hier lag der Schwerpunkt hauptsächlich bei Amazons EC2) wurden vorgestellt.

Die LiSoG hat eine "Open Cloud Computing Initiative" vorgestellt, so wie ich es verstanden habe, mit dem Ziel, eine Zertifizierung der Cloud-Anbieter durchzuführen, damit die Kunden einfacher wechseln können. In wie weit das von dem Ansatz von Delta Cloud (initiert von Red Hat) unterscheidet, oder ob sie das in ihren "Open Cloud Stack" integrieren, habe ich nicht ganz verstanden (hoffe auf Bereitstellung der Folien, um dort nach zu schauen)...

Im anschließendem "Unpanel" ging es hauptsächlich um die Frage "Public vs. Private Cloud" und der These, dass man die Bereitstellung des Service, ähnlich wie die Kilowattstunde im Elektrizitätsbereich auf eine Einheit (Rechenzeit? Speicher? Anzahl Prozessoren? nicht ganz verstanden...) standartisieren und mehr regulieren soll, um die Sicherheitsfragen vernünftig beantworten zu können. Ständig hat man Beispiele und Vergleiche mit der Elektrizität gehört und der Aussage, dass "früher jedes Werk ein eigenes Kraftwerk hatte und heute wird Elektrizität zentral produziert", wobei da wiederum einen Hinweis gab, dass wir heute auch einen anderen Trend haben, zum "Unabhängig-werden der Haushalte mit Solaranlagen und anderen Geräten, die in privaten Haushalten Strom erzeugen". Ich persönlich fand also die Diskussion sehr spannend, aber zum Teil auch sinnlos, da man in Prinzip nichts pauschalisieren kann, und mit "es kommt drauf an" beantworten kann.

Fazit: Veranstaltung gelungen, dass auch Leute aus Australien (Sam Johnston, Open Cloud Initiative), USA (Uri Budnik, Rightscale) und England (Simon Wardley, Canonical) da waren, hat mich auch beeindruckt.

UPD. Weitere Berichte im Netz:

Montag, 21. September 2009

Gründerflirt vom 17.09.2009

Letzte Woche war es wieder soweit, zwei mal im Jahr findet im Rhein Main Gebiet ein Gründerflirt statt, veranstaltet von Best Excellence. Ziel der Veranstalung ist es, die Möglichkeit zu geben, einen passenden Mitgründer, bzw. Partner für die Unternehmung per Speed Dating zu finden. Es geht praktisch darum, "Ideengeber" mit "Know-How"-Gebern (BWL, Marketing) zusammen zu bringen.

Ich, bzw. wir versuchen immer wenn es geht an der Veranstaltung teil zu nehmen (es war meine dritte, letzte, die ich besucht habe, war vor einem Jahr), und zwar nicht hauptsächlich wegen der Möglichkeit, einen Mitgründer zu finden, sondern viel mehr wegen der Übung, unsere Geschäftsidee innerhalb von einer Minute in einem ziemlich chaotischen Umfeld zu präsentieren. Dass es eine geringe Chance einen Partner zu finden da ist, kommt natürlich noch als Vorteil der Veranstaltung dazu.

Sehr schön ist, dass man auch alte Bekanntschaften trifft und sich über den aktuellen Stand austauschen kann. So habe ich diesmal einen Business Angel getroffen, mit dem ich schon vor fast zwei Jahren über mein Projekt unterhalten habe, und höchstwahrscheinlich werden wir noch ein Mal uns persönlich treffen.

Am sonsten haben wir diesmal drei einigermaßen uns passende Kontakte mitgenommen und haben uns mit einem Gründer unterhalten, der bereits Erfahrungen mit High Tech Gründerfonds und mehreren privaten Investoren gemacht hat. Auch wegen dieser Gespräche, wo man wirklich sofort unkompliziert sich austauschen kann, schätze ich das Gründerflirt.

Eine einzige negative Seite war aus meiner Sicht die Tatsache, dass die meisten "Know How-Geber" eher Kunden, bzw. Beratungsaufträge gesucht haben, statt wirklich interessiert an einer Mitarbeit im Gründerteam zu sein.

Freitag, 26. Juni 2009

Zwei Best Excellence Veranstaltungen in zwei Wochen

In dieser und der letzten Woche gab jeweils einen „Intensiv-Workshop“ für Gründer, die von Best Excellence veranstaltet wurden. Letzte Woche ging es um das Thema „Strategien der Versicherungs- und Finanzplanung“ und diese Woche ginge es um „Erfolgreiches Marketing in schwierigen Zeiten“.

Strategien der Versicherungs- und Finanzplanung

Zum ersten Workshop möchte ich nicht wirklich äußern, das war aus meiner Sicht fast ein Flop gewesen: Versicherungsverkauf pur. Der erste Redner war ein MLP-Vertreter und entsprach aus meiner Perspektive total dem Klischee eines Versicherungsverkäufers. Man wurde von Argumentationsketten mit dem Wirrwarr an Zahlen, Beispielen und nicht nachprüfbaren Behauptungen erschlagen. Zum Glück gab es noch Herrn Langen, der eine super einfache Methode vorgestellt hat, wie man sein Geschäftsmodell auf Plausibilität überprüfen kann: Es geht hauptsächlich darum, ausgehend von geplanten Gewinnen die Umsätze bis auf die kleinsten Einheiten herunter zu brechen und dann zu schauen ob die kleinste Einheit es schafft, ihr Umsatzanteil zu erwirtschaften.

Angenommen, man hat ein Handelsunternehmen, mit folgenden geplanten Zielen: Umsatz 1.800 T€ , Gewinn 180 T€ (~10% Umsatzrentabilität), wobei ein Produkt für etwa 50 € verkauft wird. Nun muss man die Umsatzzahlen Stück für Stück herunterbrechen: Wie viel pro Monat, wie viel pro Tag, wie viel pro (Vertriebs-) Mitarbeiter.

Pro Monat: 1.800 T€/10 Monate (keine 12, da in nur etwa 10 tatsächlich gearbeitet wird) = 180 T€
Pro Tag
: 180 T€/20 Tage (analog wie pro Monat) = 9 T€
Verkaufte Artikel pro Tag
: 9 T€/50 € = 180 Artikel
Gesamtkosten
: 1.800 T€ - 180 T€ = 1.620 T€
Materialansatz
: 40% von 1.800 T€ = 720 T€
Fixkosten
: 5% von 1.800 T€ = 90 T€
Personalkosten
: 1.620 T€ - 720 T€ - 90 T€ = 810 T€

Davon kann man in etwa 10 Mitarbeiter anstellen. Davon würden 6 im Vertrieb arbeiten. Dies würde bedeuten, dass jeder Vertriebsmitarbeiter 30 Artikel pro Tag verkaufen soll, bedeutet 1500 € pro Tag. Wenn man davon ausgeht, dass es keine 8 Stunden pro Tag sind, wo der Mitarbeiter tatsächlich das Geld verdient, sondern nur in etwa 60%, also etwa 5 Stunden, heißt es, jeder Mitarbeiter soll pro Stunde 300 € verdienen. Nun kann man analysieren, ob dieses Ziel unter diesen Umständen realistisch ist.

Übrigens, Herr Langen hat auch ein Buch veröffentlicht, es geht um die "Sprache der Banken". Das müsste ich in Ruhe anschauen.

Erfolgreiches Marketing in schwierigen Zeiten

Beim gestrigen Workshop gab es Vorträge von Herren Muschelknautz und Maikranz (Leadpeople und Maikranz Design & Dialog). Beide Vorträge waren aus meiner Sicht exzellent, wobei ich es ein bisschen schade finde, dass Herr Muschelknautz ein wenig zu kurz mit seinem sehr interessanten Vortrag um das Thema Marketing gekommen ist. Seine Hauptaussagen waren:

  • Man sollte Marketing-Aktivitäten rückwärts planen: von konkreten Zielen ausgehen, Konvertierungszeitpunkte und ihre Erfolgsraten bei verschiedenen Instrumenten prüfen, geeignete Instrumente auswählen und dann immer prüfen und nachverfolgen, was an die potentiellen Kunden bereits „versand“ wurde.

  • Man sollte lieber „Dialog“- statt Push-Marketing betreiben, lieber mit dem potentiellen Kunden kooperieren, einen Mehrwert bieten.

Die ausgeteilte Frageliste zum Identifizieren der Marketing-Strategie fand ich ebenso sehr hilfreich.

Bei Vorträgen von Herrn Maikranz ging es eher ums Visuelle und anschließend im Workshop wurden die Materialien der Teilnehmer von Teilnehmern selbst „bewertet“. Für mein Booklet gab es auch ausreichend Kritik (zum Glück aber konstruktive), aber man sollte nicht, wie in diesem Fall gewesen, das Booklet los gelöst vom Kontext und der Zielgruppe bewerten:)

Dienstag, 5. Mai 2009

Was geschah im letzten Monat

Leider kam ich im letzten Monat nicht dazu dаs Blog mit Leben zu füllen. Nicht dass es nichts nennenswertes geschah in der Zeit, ganz im Gegenteil, es gab einiges, worüber ich berichten sollte. Aber wegen einigen technischen Problemen im Projekt und anderer Prioritäten habe ich hier nichts geschrieben. Nun versuche ich das nachzuholen, was ich versäumt habe und werde mich bemühen, in Zukunft etwas zeitnaher zu sein. Zudem sind die technischen Probleme gelöst (die nächsten sind willkommen;) und ein weiterer Meilenstein bei der Produktentwicklung mit etwas Verspätung erreicht. Das macht wieder Erfolgsgefühle frei – und die braucht man unbedingt, damit man nach vorne kommen will.

Also, was ist in April alles passiert:

  • Zusammentreffen mit zwei Personen, die ich anfangs für potentielle Investoren gehalten habe. Die eine Person habe ich über meinen Berater vermittelt bekommen, die andere habe ich bei Startup-Camp in Köln kennen gelernt.

    Bei der ersten Person (ein selbständiger IT-Berater) war es mir eigentlich von Anfang an klar, dass es zu keiner Unterstützung kommt, da die Person von seinem Profil her nicht gepasst hat. Es war dennoch eine gute Übung, mit ihm zu sprechen, weil er sich intensiv in das Thema eingearbeitet hat und sehr viele nützliche Fragen gestellt hat, die uns wiederum fitter gemacht haben.

    Die zweite Person ist ein ehemaliger Geschäftsführer einer Venture Capital Tochter eines deutschen Großunternehmens. Hier habe ich sehr viele Hoffnungen gehabt, wie Vermittlung an weitere Kontakte, Know How und vielleicht auch direkte Investitionen. Viele dieser Hoffnungen haben sich leider nicht erfüllt, da die Person eigentlich sein eigenes Produkt aus dem gleichen Umfeld wie bei uns (es geht um Unternehmensteuerung), welches Excel-basiert ist, durch uns auf neue Basis heben und weiterentwickeln wollte. Dies musste ich ablehnen, da sonst unser Fokus verloren ginge und die Verzettelung ist das, was zu vermeiden gilt. Weitere Zusammenarbeit ist nicht ausgeschlossen, aber ich habe deutlich gespürt, dass es zum keinen Investment kommt und die Vermittlung in unserem Fall aus seiner Sicht nicht sinnvoll (wir wollen zu wenig Geld) ist.

  • Gründerstammtisch in Dieburg, dieses Mal war ein Vortrag zum Thema Verkaufen. Vorgetragen hat Alfred Korte vom Wirtschaftspaten-Verein. Der Vortrag war ausgezeichnet, hat einen mitgenommen, und obwohl es Marketing-technisch altbekannte Sachen dargestellt wurden, wurde einem deutlich, dass, obwohl man vieles als selbstverständlich empfindet, man vieles davon leider nicht umsetzt. Die Kernaussage von Herrn Korte war: „Verkaufen ist andere zu Taten veranlassen“ und „Keine Leistung ohne Gegenleistung“. Der Vortrag macht Lust auf mehr, Herr Korte hat sein (übrigens kostenloses) Drei-Tages-Seminar auf eine Stunde komprimiert.

  • Best Excellence Veranstaltung zum Thema „Mitarbeiterführung und -Motivation“. Hier ging es hauptsächlich um das Thema „Führung“, Motivation war einige Male durch gekommen, aber aus meiner Sicht als Thema auch überflüssig, da durch die Führung eigentlich abgedeckt.

    Es gab einen Vortrag von einem systemischen Berater (Frank Heuser), drei Vorträge von Gründern, die lebendige Beispiele von ihren Kleinunternehmen gegeben haben (Kletterhalle in Bensheim, Partnerteams und PEP Personalbüro) und ein Key Note vom Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens (Udo Jankowski von TECOSIM Venture GmbH). Beim Vortrag von Herrn Heuser gab es aus meiner Sicht viele Überschneidungen zum Buch 7 Wege der Effektivität von Stephen Covey (was natürlich keinesfalls negativ ist, es war eher ein sehr ruhiger Vortrag). Im Anschluss zu seinem Vortrag ist jedoch eine sehr gute Diskussion entstanden. „Es gibt nicht viele Leute, die sich zu viel um die Führung kümmern“ fand ich eine schöne Aussage, sowie „Das Team ist ein Spiegel der Persönlichkeit seiner Führung“.

Das war es vorerst, im nächsten Beitrag möchte ich was zum Thema Venture Capital erzählen.

Freitag, 13. März 2009

EXIST-Seminar „Gründerpersönlichkeit“

Gestern war ich auf dem besagten Pflichtseminar für alle EXIST-geförderten Gründer aus Bayern, Baden-Württemberg und Hessen in München gewesen. Am Abend vor dem Seminar fand ein „Vorabendtreffen“, welches vom GründerRegio M veranstaltet wurde. Die Teilnehmer waren auch die, die am nächsten Tag fast vollständig am Seminar teil genommen haben. Ich war der einzige dabei, der außerhalb der Münchener Region kam.

Was mich dabei besonders beeindruckt hat ist die Tatsache, dass es so viele Gründer aus der Region München gibt, die zum ersten von EXIST gefördert werden und zum zweiten sich regelmäßig über den Zwischenstand ihrer Entwicklung austauschen. Dies sind beinahe Pflichttermine, die dort organisiert werden, und ich kann mir sehr gut vorstellen, wie viel positives solche informelle Treffen bringen. Leider gibt es im Rhein-Main-Gebiet nichts dergleichen, was ich sehr sehr schade finde. Die Hochschule Darmstadt veranstaltet ja ein mal montatlich den Gründerstammtisch, dieser ist aber so ziemlich allgemein gehalten und ist eigentlich eher wegen seiner gründungsrelevanten Themen interessant. Die Form der Veranstaltung in München gefällt mir dagegen insofern, dass die EXIST-geförderten Gründer regelmäßig über den Fortschritt ihrer Projekte berichten und sich austauschen. Zusätzlich werden regelmäßig Gründer eingeladen, die bereits aus der EXIST-Förderung herausgewachsen sind. Natürlich ist in München auch die kritische Masse entsprechend groß, um solche Veranstaltungen EXIST-lastig auch durchführen zu können. Es sind schließlich rund 20 Teams jedes Jahr, die in München durch EXIST gefördert werden. Dagegen sieht es bei uns hier im wirtschaftlich sehr starken Rhein-Main-Gebiet, sowie der „Wissenschaftstadt“ Darmstadt wirklich dünn aus, was die Vernetzung und Organisation der EXIST-Gründer (bzw. überhaupt Gründungen aus dem Hochschulbereich) angeht.

Nun, zurück zum Seminar. Meine schlimmsten Befürchtungen haben sich zum Glück nicht bestätigt, was die Seminardurchführung angeht. Ich habe im Vorfeld gedacht, dass wir dabei so eine Art Training wie Umgang mit Ausnahmesituationen oder sogar Rollenspiele durchführen müssen. Dagegen haben wir uns eher auf unsere Selbsteinschätzung und Vorstellung der Geschäftsidee konzentriert und einen Beispiel bearbeitet, wobei wir einen Lösungsvorschlag für einen in Schwierigkeiten geratenen Unternehmen erarbeiten mussten. Hauptthema des ganzen war es uns, angehenden Gründern, durch eine Art Selbstanalyse klar zu machen, dass es im Leben nicht nur das Unternehmen wichtig ist, sondern auch Freunde/Familie und eigene Interessen/Hobbies. Es geht darum, eine Balance zwischen diesen Lebensbereichen zu finden und über ausreichende Erholung und Ausgleich im Berufsleben auch produktiv zu bleiben. Daher war der Tag eigentlich ganz gut und in der keinen Gruppe auch locker gewesen. Bis auf den verspäteten ICE, wodurch ich mein Anschluss nach Darmstadt verpasst habe und erst um ein Uhr nachts, nach 6,5 Stunden fahrt nach Hause kam...

Freitag, 6. März 2009

Eindrücke vom Startup Camp

Wie angekündigt, waren wir beim Startup Camp in Köln gewesen. Insgesamt, trotzt der sehr starken Web 2.0-Lastigkeit, hat sich die Teilnahme aus meiner Sicht gelohnt. Wir haben gesehen, was momentan in der Szene bewegt wird, haben sehr viele Startups gesehen (ein Paar Videos kann man auf www.tiburon-tv.com anschauen) und mit einigen Leuten gesprochen. Die Atmosphäre war wirklich toll gewesen und vom Optimismus geprägt. Von der Krise hat man hier eigentlich nicht viel gemerkt. Durch das Sun Sponsoring war die Veranstaltung natürlich sehr Sun geprägt (sie wollen unbedingt, dass die nächsten Google's und Facebook's auf Sun-Technologie durchstarten und wachsen), dies hat aber aus meiner Sicht gar nicht geschadet, sondern auch viel mehr zur optimistischen Einstellung beigetragen.

Was mir bei der Veranstaltung gefallen hat:

  • Organisation von Gründergesprächen und Workshops: Die Idee, dass man direkt in kleinen Runden mit konkreten und lebendigen erfahrenen Gründern sprechen kann, ist natürlich toll. Die Umsetzung war auch gut gewesen: eine Stunde Zeit pro Gespräch ist genug, um einiges fragen zu können, aber auch Erfahrungen auszutauschen. Hier war ich auch bestätigt, dass die Businessplan-Wettbewerbe im Punkto konstruktiver Verbesserungsvorschläge eher nichts nützen.
  • Workshop von Stefan Schneider zum Thema "Skalierung von Web-Unternehmen": hat (trotz "Dauerwerbesendung" zum Sunsschen Startup Programm) sehr viele Impulse gegeben, denen wir bei jterms bzgl. unserer Skalierfähigkeit auch nachgehen werden. Am Schluss des Workhsops hat der Stefan noch eine kleine Ankündigung gegeben, als es zum Thema "Server kaufen vs. Cloud Computing" in der Fragerunde kam: Sun wird demnächst eine eigene Cloud Infrastruktur anbieten. Dies freut mich natürlich, und lässt hoffen, dass wir mit Sun vielleicht in Zukunft zusammen arbeiten werden. Schließlich sind wir auch sehr Sun-lästig...
  • Präsentationen der Startups: Es war sehr spannend, man hat wirklich alle Art von Präsentationen gesehen: lustige, angeberische, überzeugende und weniger überzeugende uvm.

Was ich etwas anders haben würde:

  • Der Zeitrahmen für Gründergespräche und Workshops hätte ich gerne etwas länger gesehen. Ich meine damit, dass ich gerne in mehr als ein Gespräch und Workshop gehen würde. Vielleicht sollten die Veranstalter nicht zwei, sondern vier Stunden mit evtl. doppelt soviel "Rednern" organisieren?

Am sonsten war es wirklich toll gewesen, und wer weiß, vielleicht sind wir nächstes Jahr wieder da und präsentieren?

P.S. (UPD)

Ich habe mal ein wenig wegen dem neuen Cloud-Angebot von Sun recherchiert und bin über www.serverwolken.de und seinen Betreiber (er war auch dabei auf dem Camp und wurde von Suns Mitarbeitern als Partner-Startup gelobt, das Blog verfolge ich seit ein Paar Wochen) Philipp Strube in Xing auf CloudControl UG (haftungsbeschränkt) gestoßen...

Wie der Phillip selbst sagt, hat CloudControl, außer der Mitgliedschaft im Startup-Programm, mit Sun nichts zu tun. Das Umfeld um das Cloud Computing wird also noch spannender:)


P.P.S.

Hier noch einige andere Berichte zum Thema: